Lieferantenklassifizierung, auch Lieferantensegmentierung genannt, bedeutet: Sie ordnen Lieferanten danach, wie wichtig sie für Ihr Unternehmen sind, meist nach Einkaufsvolumen, Versorgungsrisiko und Auswirkung auf die Produktion, und steuern jede Gruppe anders. Mit strategischen Partnern planen Sie gemeinsam und führen regelmäßige Reviews durch. Bei einfachen, leicht ersetzbaren Lieferanten genügen Standardverträge und möglichst wenig Aufwand.
Ein Produktionswerk kauft oft bei mehreren Hundert Lieferanten ein, und kein Einkaufsteam kann allen dieselbe Aufmerksamkeit widmen. Die Lieferantensegmentierung, im Englischen Supplier Segmentation oder Supplier Tiering, zeigt, wo sich diese Aufmerksamkeit lohnt. Dieser Leitfaden erklärt die Kriterien, die Kraljic-Matrix und weitere Segmentierungsmodelle, die Schritte zur eigenen Segmentierung, die Steuerung jedes Segments, die häufigsten Fehler und wie die Segmentierung Ihre Lieferkette widerstandsfähiger macht.
- Segmentieren Sie Lieferanten nach Einkaufsvolumen und Versorgungsrisiko, nicht nur nach Volumen. Auch ein günstiges Teil kann die Linie stoppen.
- Die Kraljic-Matrix ergibt vier Segmente mit jeweils eigener Einkaufsstrategie.
- Eine Segmentierung hilft nur, wenn sie die Steuerung jedes Lieferanten verändert: Reviews, Verträge, Bestände und Ersatzquellen.
- Überprüfen Sie die Segmente mindestens einmal im Jahr und nach jeder größeren Versorgungsstörung.
Was ist Lieferantensegmentierung?
Die Lieferantensegmentierung teilt Ihre Lieferantenbasis anhand vorab festgelegter Kriterien in Gruppen ein, etwa nach jährlichem Einkaufsvolumen, Versorgungsrisiko, Kritikalität des Teils, Komplexität und langfristigem strategischem Wert. Jede Gruppe erhält ihre eigene Beschaffungsstrategie, ihr eigenes Vertragsmodell, einen eigenen Kommunikationsrhythmus und eine eigene Leistungsbewertung.
Bei der Lieferantensegmentierung legen Sie vorab fest, welche Lieferanten den größten Steuerungsaufwand verdienen. Sie gruppieren sie nach Einkaufsvolumen, Risiko und Auswirkung. Dann erhält jede Gruppe eigene Regeln für Verträge, Reviews und Notfallpläne.
Ein Lieferant eines kritischen Elektronikmoduls braucht enge Zusammenarbeit, gemeinsame Prognosen und einen Plan für den Fall, dass er ausfällt. Ein Lieferant von Büromaterial braucht einen Katalog und eine geregelte Rechnungsabwicklung. Die Segmentierung macht diesen Unterschied verbindlich. So investieren Ihre Einkäufer ihre Zeit in die Lieferanten, die die Produktion stoppen oder Ihre Kosten verändern können.
Warum ist Lieferantensegmentierung wichtig?
Mit wachsender Lieferantenbasis verschwendet ein einheitlicher Prozess für alle Lieferanten Aufwand bei den risikoarmen und widmet den kritischen zu wenig Aufmerksamkeit. Die Segmentierung löst das auf dreierlei Weise.
- Fokus: Einkäufer und Lieferantenqualitätsingenieure konzentrieren sich auf die Lieferanten mit dem größten Einfluss auf Kosten, Qualität und Lieferung.
- Risiko: Sie wissen, welche Lieferanten einen Notfallplan, einen Sicherheitsbestand oder eine zweite Quelle brauchen, bevor etwas schiefgeht.
- Bessere Entscheidungen über Abteilungsgrenzen hinweg: Einkauf, Supply Chain, Qualität und Produktion arbeiten mit derselben Liste kritischer Lieferanten.
Die Segmentierung ist auch die Grundlage des strategischen Einkaufs. Die Beschaffungsstrategie für eine Warengruppe hängt davon ab, in welchem Segment ihre Lieferanten liegen.
Nach welchen Kriterien segmentieren Sie Lieferanten?
Es gibt kein Modell, das für jedes Unternehmen passt. Wählen Sie wenige Kriterien, die die Prioritäten Ihres Unternehmens abbilden, legen Sie fest, wie Sie sie bewerten, und bewerten Sie jeden Lieferanten auf dieselbe Weise. Typische Kriterien in der Produktion:
| Kriterium | Was es misst | Typische Datenquelle |
|---|---|---|
| Jährliches Einkaufsvolumen | Wie viel Sie bei dem Lieferanten einkaufen | Bestellhistorie im ERP, Ausgabenanalyse |
| Versorgungsrisiko | Wie schwer der Lieferant zu ersetzen ist: Zahl der Alternativen, Freigabedauer, Region | Marktanalyse, Freigabeunterlagen |
| Auswirkung auf die Produktion | Ob ein Ausfall eine Linie oder eine Kundenlieferung stoppen würde | Stückliste, Hinweise aus der Produktion |
| Produktkomplexität | Technischer Schwierigkeitsgrad des Teils, Sonderprozesse, Werkzeuge | Entwicklung, Qualität |
| Leistung | Bisherige Liefertreue, Qualität und Reaktionsfähigkeit | Lieferantenbewertung, Reklamationen |
| Strategischer Wert | Innovation, Entwicklungskapazität, Eignung für künftige Produkte | Entwicklung, Geschäftsführung |
| Nachhaltigkeit und Compliance | Daten für Sorgfaltspflichten in der Lieferkette, etwa nach der EU-Richtlinie CSDDD oder dem deutschen LkSG | Selbstauskünfte der Lieferanten, Audits |
Viele Unternehmen beginnen mit einer Segmentierung nach Einkaufsvolumen, weil diese Daten im ERP leicht verfügbar sind. Das Volumen allein reicht jedoch nicht. Nehmen Sie Versorgungsrisiko und Auswirkung auf die Produktion hinzu, damit ein günstiges Teil mit nur einem freigegebenen Lieferanten nicht in der falschen Gruppe landet. Direkte Lieferanten, die Material und Teile für das Produkt liefern, brauchen meist die engste Betreuung. Indirekte Lieferanten für Instandhaltung, IT, Logistik und Dienstleistungen werden nach derselben Logik segmentiert, oft aber mit anderen Kriterien.

Was ist die Kraljic-Matrix in der Lieferantensegmentierung?
Die Kraljic-Matrix ist die bekannteste Matrix zur Lieferantensegmentierung. Peter Kraljic hat sie 1983 in der Harvard Business Review beschrieben. Sie ordnet eingekaufte Artikel und ihre Lieferanten auf zwei Achsen ein: Einfluss auf das Ergebnis und Versorgungsrisiko. Daraus entstehen vier Segmente mit jeweils eigener Strategie.
| Segment | Ergebniseinfluss / Versorgungsrisiko | Beispiel aus der Produktion | Strategie |
|---|---|---|---|
| Strategische Artikel | Hoch / hoch | Zentrales Elektronikmodul, kundenspezifisches Gussteil | Langfristige Partnerschaft, gemeinsame Entwicklung, gemeinsame Prognosen, Reviews auf Geschäftsführungsebene |
| Hebelartikel | Hoch / niedrig | Standardstahl, Verpackung, Kunststoffgranulat | Wettbewerb: Ausschreibungen, Volumenbündelung, Preisgleitklauseln |
| Engpassartikel | Niedrig / hoch | Spezialdichtung, Steckverbinder aus einer einzigen Quelle | Versorgung sichern: Sicherheitsbestand, längere Verträge, zweite Quelle oder Konstruktionsänderung |
| Unkritische Artikel | Niedrig / niedrig | Büromaterial, Standardverbindungselemente | Vereinfachen: Kataloge, Rahmenverträge, weniger Lieferanten |
Für den Quadranten mit hohem Einkaufsvolumen und vielen Lieferanten verwenden wir wie in unserem Artikel zum strategischen Einkauf den in Deutschland üblichen Namen „Hebelartikel“. Die Logik ist in jeder Variante der Matrix dieselbe: Hebelartikel kaufen Sie über den Wettbewerb ein, Engpassartikel sichern Sie ab, auch wenn ihr Einkaufsvolumen klein ist.
Engpassartikel wirken in einer Ausgabenauswertung unwichtig. Doch eine Dichtung oder ein Steckverbinder für wenige Cent kann eine ganze Linie stoppen, wenn dafür nur ein Lieferant freigegeben ist. Prüfen Sie jedes Teil mit geringem Volumen, das eine lange Freigabedauer hat oder nur aus einer Quelle kommt, und legen Sie dafür einen Notfallplan fest.
Bei der Lieferantensegmentierung geht es nicht darum, mehr Kategorien zu schaffen. Es geht darum zu wissen, welche Lieferantenbeziehungen die meiste Aufmerksamkeit verdienen, und Einkaufsentscheidungen zu treffen, die das Unternehmen als Ganzes unterstützen.
Welche anderen Modelle der Lieferantensegmentierung gibt es?
Die Kraljic-Matrix ist ein Ausgangspunkt. Viele Unternehmen kombinieren sie mit einem einfacheren Stufenmodell oder passen sie an ihre eigenen Prioritäten an.
Für die meisten Werke genügt eine Variante der Kraljic-Matrix zusammen mit einer Risikoprüfung für Teile aus einer einzigen Quelle. Weitere Dimensionen machen das Modell aufwendiger in der Pflege, ohne die Entscheidungen zu verbessern.
Wie segmentieren Sie Lieferanten Schritt für Schritt?
Die Segmentierung beginnt mit verlässlichen Daten und endet mit einer veränderten Steuerungspraxis. Diese sechs Schritte funktionieren für ein einzelnes Werk ebenso wie für eine Gruppe mit mehreren Standorten.
- Lieferantendaten sammelnExportieren Sie das Einkaufsvolumen je Lieferant und Teil aus dem ERP, dazu Liefertreue, Qualitätsdaten, Vertragswerte und das Teilespektrum jedes Lieferanten.
- Kriterien wählen und definierenWählen Sie drei bis fünf Kriterien, etwa Einkaufsvolumen, Versorgungsrisiko und Auswirkung auf die Produktion, und halten Sie schriftlich fest, was eine hohe, mittlere und niedrige Bewertung jeweils bedeutet.
- Lieferanten im bereichsübergreifenden Team bewertenDer Einkauf bewertet Volumen und Markt, die Qualitätsabteilung bewertet die Leistung, Produktion und Entwicklung bewerten Auswirkung und Komplexität.
- Lieferanten den Segmenten zuordnenOrdnen Sie jeden Lieferanten oder jede Warengruppe in die Matrix ein. Prüfen Sie die Ergebnisse mit den Kollegen, die die Teile kennen, und korrigieren Sie offensichtliche Fehler.
- Steuerungsregeln je Segment festlegenVereinbaren Sie für jedes Segment Vertragsart, Review-Häufigkeit, Sicherheitsbestand und Ersatzquellen, und benennen Sie für jeden strategischen Lieferanten einen Verantwortlichen.
- Segmente überprüfen und aktualisierenWiederholen Sie die Bewertung mindestens einmal im Jahr und nach jedem Ereignis, das das Risiko verändert, etwa einer Lieferantenkrise, einer Übernahme oder einem neuen Produktanlauf.
Eine erste Segmentierung von einigen Hundert Lieferanten dauert bei sauberen Ausgabendaten meist Wochen, nicht Monate. Die meiste Arbeit steckt in den Schritten 1 und 3. Die Abstimmung der Bewertungen mit der Qualitätsabteilung und der Produktion dauert länger als die Analyse selbst.
Leitfaden Interim Management für Produktionsunternehmen
Wie Sie einen Interim Manager briefen, auswählen und einarbeiten, auch für Rollen in Einkauf und Supply Chain.
- Wann sich ein Interim Manager lohnt
- Wie Sie ein Mandat formulieren
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Wie steuern Sie jedes Lieferantensegment?
Die Segmente nützen nur, wenn sie verändern, was Ihr Team tut. Ein einfaches Regelwerk je Segment hält den Aufwand dort, wo er hingehört.
| Segment | Beziehung | Reviews | Wichtigste KPIs |
|---|---|---|---|
| Strategisch | Partnerschaft, gemeinsame Entwicklung und Kapazitätsplanung | Quartalsweises Business Review mit der Geschäftsführung | Qualität in fehlerhaften Teilen pro Million, kurz ppm, Liefertreue, Kosten-Roadmap, Entwicklungsmeilensteine |
| Hebel | Wettbewerbsorientiert, Verträge werden regelmäßig ausgeschrieben | Zweimal im Jahr | Preis im Marktvergleich, Liefertreue, Vertragstreue |
| Engpass | Abgesichert, mit längeren Verträgen und Notfallplan | Zweimal im Jahr, dazu eine Risikoprüfung | Bestandsreichweite, Stand der zweiten Quelle, Lieferzeit |
| Unkritisch | Transaktional, über Kataloge und Rahmenverträge | Einmal im Jahr oder anlassbezogen | Prozesskosten je Bestellung, Zahl der Lieferanten |
Für strategische und Engpasslieferanten kommen eine Lieferantenbewertung per Scorecard und ein Entwicklungsplan hinzu. Wenn die Qualität die Schwachstelle ist, zeigt unser Leitfaden zum Lieferantenqualitätsmanagement, wie Sie Audits und Korrekturmaßnahmen aufsetzen. Bei Teilen mit hohem Volumen und stabilem Bedarf kann Vendor Managed Inventory die Bestandsplanung an den Lieferanten übertragen. Vergleichen Sie Lieferanten im selben Segment nach den Gesamtkosten, also der Total Cost of Ownership, nicht nach dem Stückpreis.

Was sind die häufigsten Fehler bei der Lieferantensegmentierung?
- Zu viele Segmente. Ein Modell mit zehn Gruppen ist schwer zu pflegen, und niemand behält die Regeln für jede Gruppe im Kopf.
- Nur das Einkaufsvolumen. Wer das Versorgungsrisiko ignoriert, ordnet Teile aus einer einzigen Quelle als unkritisch ein.
- Keine Aktualisierung. Ein Lieferant, der vor einigen Jahren unkritisch war, liefert heute vielleicht ein Schlüsselteil für ein neues Produkt.
- Keine veränderte Praxis. Wer Lieferanten Segmenten zuordnet, ohne Verträge, Reviews und Bestandsregeln anzupassen, gewinnt nichts.
- Der Einkauf allein. Ohne die Sicht von Qualität, Entwicklung und Produktion übersehen die Bewertungen das tatsächliche Produktionsrisiko.
Beginnen Sie mit Ihren 50 größten Lieferanten nach Einkaufsvolumen und mit jedem Lieferanten eines Teils aus einer einzigen Quelle. Bewerten Sie sie nach Einkaufsvolumen, Versorgungsrisiko und Auswirkung auf die Produktion, und vereinbaren Sie zuerst die Regeln für die strategischen Lieferanten und die Engpasslieferanten. Damit decken Sie den größten Teil des Risikos mit einem kleinen Teil des Aufwands ab.
Wie macht die Lieferantensegmentierung die Lieferkette widerstandsfähiger?
Chipmangel, geschlossene Grenzen und Insolvenzen von Lieferanten haben in den letzten Jahren gezeigt, dass Preis und Vertragswert nicht ausreichen, um eine Lieferantenbasis zu steuern. Unternehmen mit einer klaren Segmentierung reagieren schneller, wenn sich der Markt ändert. Sie wissen bereits, welche Lieferanten zuerst Aufmerksamkeit brauchen, wo ein Sicherheitsbestand nötig ist und für welche Teile sich eine zweite Quelle in der Freigabe befindet.
Dieselbe Übersicht unterstützt die Bestandsplanung, die Lieferantenentwicklung, das Qualitätsmanagement und langfristige Beschaffungsentscheidungen. Statt erst zu reagieren, wenn die Linie steht, kann das Team vorausschauend handeln, gestützt auf Bedeutung und Risiko der Lieferanten. Wenn eine Störung oder eine Übernahme das Bild verändert, bewerten Sie die betroffenen Lieferanten sofort neu, statt auf die jährliche Überprüfung zu warten.
Wann hilft ein Interim Manager für den Einkauf bei der Lieferantensegmentierung?
Für den Aufbau einer Segmentierung braucht es jemanden, der das schon gemacht hat, und das Einkaufsteam eines Werks ist oft mit dem Tagesgeschäft voll ausgelastet. Ein Interim Manager für Einkauf oder Supply Chain bringt diese Erfahrung für einen klar begrenzten Einsatz mit. Typische Situationen:
- Eine Lieferantenkrise zeigt, dass niemand weiß, welche Lieferanten kritisch sind.
- Nach einer Übernahme müssen zwei Lieferantenbasen zusammengeführt und nach einer Methode segmentiert werden.
- Der Einkaufsleiter hat das Unternehmen verlassen, und die Lieferantenstrategie braucht einen Verantwortlichen, während Sie einen Nachfolger suchen.
- Ein neues Werk oder ein Produktanlauf braucht von Anfang an eine Lieferantenbasis mit klaren Regeln.
Wählen Sie die Person nach vergleichbarer Erfahrung aus: ähnliche Warengruppen, eine ähnliche Branche und Ergebnisse, die sie mit Zahlen belegen kann. Unser Leitfaden Interim Manager finden listet die Fragen auf, die Sie stellen sollten.
Wie GQ Interim bei der Lieferantensegmentierung hilft
Seit 2011 haben wir mehr als 1.550 Projekte in Produktions- und Industrieunternehmen in Mittel- und Osteuropa abgeschlossen, für Kunden wie Stellantis, Porsche, Siemens, Valeo und Magna. Unsere Datenbank umfasst 7.500+ geprüfte Experten, darunter Einkaufsdirektoren, Warengruppenmanager, Lieferantenqualitätsingenieure und Supply-Chain-Manager. Wir stellen eine Shortlist mit Personen zusammen, die dieselbe Aufgabe schon übernommen haben, und prüfen ihre Referenzen aus früheren Einsätzen. Wie wir arbeiten, zeigen unsere Interim-Lösungen. Wir sind nach ISO 9001 und TISAX zertifiziert.
Fazit
Die Lieferantensegmentierung führt den Einkauf über das reine Bestellwesen hinaus. Bewerten Sie Ihre Lieferanten nach Einkaufsvolumen, Versorgungsrisiko und Auswirkung auf die Produktion, ordnen Sie sie wenigen klaren Segmenten zu und geben Sie jedem Segment eigene Regeln für Verträge, Reviews, Bestände und Ersatzquellen. Überprüfen Sie die Segmente regelmäßig, dann setzt Ihr Team seine Zeit dort ein, wo sie Produktion und Kosten schützt.
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Häufige Fragen
Was ist Lieferantensegmentierung?
Lieferantensegmentierung bedeutet, Lieferanten nach Kriterien wie Einkaufsvolumen, Versorgungsrisiko und Auswirkung auf die Produktion zu gruppieren und jede Gruppe anders zu steuern. Mit strategischen Lieferanten arbeiten Sie partnerschaftlich und führen regelmäßige Reviews durch, bei einfachen Lieferanten genügen Standardverträge und minimaler Aufwand.
Was ist eine Matrix zur Lieferantensegmentierung?
Eine Matrix zur Lieferantensegmentierung ordnet Lieferanten auf zwei Achsen ein, meist Ergebniseinfluss und Versorgungsrisiko, wie in der Kraljic-Matrix. Die vier daraus entstehenden Segmente sind strategische Artikel, Hebelartikel, Engpassartikel und unkritische Artikel, jeweils mit eigener Einkaufsstrategie.
Was sind die vier Quadranten der Kraljic-Matrix?
Strategische Artikel mit hohem Einfluss und hohem Risiko, Hebelartikel mit hohem Einfluss und niedrigem Risiko, Engpassartikel mit niedrigem Einfluss und hohem Risiko sowie unkritische Artikel mit niedrigem Einfluss und niedrigem Risiko. Bei strategischen Artikeln setzen Sie auf Partnerschaft, bei Hebelartikeln auf Wettbewerb, Engpassartikel sichern Sie ab, unkritische Artikel vereinfachen Sie.
Welche Kriterien werden für die Lieferantenklassifizierung verwendet?
Jährliches Einkaufsvolumen, Versorgungsrisiko, Auswirkung auf die Produktion, Produktkomplexität, Lieferantenleistung, strategischer Wert und zunehmend Daten zu Nachhaltigkeit und Compliance. Die meisten Unternehmen nutzen drei bis fünf davon und bewerten jeden Lieferanten auf dieselbe Weise.
Was ist der Unterschied zwischen Lieferantensegmentierung und Lieferanten-Tiering?
Beim Lieferanten-Tiering werden Lieferanten meist nach Bedeutung in Stufen wie Tier 1, 2 und 3 eingeteilt, oder der Begriff beschreibt ihre Position in der Lieferkette. Die Lieferantensegmentierung ist breiter: Sie gruppiert Lieferanten nach mehreren Kriterien und legt für jede Gruppe eine eigene Steuerungsstrategie fest.
Reicht eine Segmentierung nach Einkaufsvolumen?
Nein. Das Volumen zeigt, wohin das Geld fließt, aber nicht, wo das Risiko liegt. Ein günstiges Teil mit nur einem freigegebenen Lieferanten kann die Produktion stoppen. Kombinieren Sie das Volumen mit Versorgungsrisiko und Auswirkung auf die Produktion.
Wie oft sollten Sie die Lieferantensegmentierung aktualisieren?
Mindestens einmal im Jahr und unmittelbar nach Ereignissen, die das Risiko verändern, etwa einer Lieferantenkrise, einer Übernahme, einem neuen Produktanlauf oder einer Veränderung im Beschaffungsmarkt.
Brauchen Sie Software für die Lieferantensegmentierung?
Für den Anfang nicht. Eine Tabellenkalkulation mit Ausgabendaten aus dem ERP und abgestimmten Bewertungen genügt für die meisten Werke. Software für das Lieferantenbeziehungsmanagement hilft, wenn Sie viele Standorte haben und Scorecards und Risikodaten an einem Ort sehen wollen.
Wer sollte für die Lieferantensegmentierung verantwortlich sein?
Der Einkauf verantwortet den Prozess, aber Qualität, Entwicklung, Produktion und Finanzen sollten bei der Bewertung der Lieferanten mitwirken. Wenn niemand Kapazität hat, kann ein Interim Manager für den Einkauf die Segmentierung aufbauen und anschließend übergeben. GQ Interim bringt innerhalb von 72 Stunden einen erfahrenen Experten zu Ihnen vor Ort.
